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Grappa ist einer der eigenwilligsten italienischen Schnäpse überhaupt. Was als Tresterbrand aus den Pressrückständen der Weinproduktion entsteht, trägt den Charakter einer Traube, einer Region und manchmal eines ganzen Jahrgangs in sich. Kein Umweg über Früchte oder Getreide, kein Korn dazwischen. Nur die Rebe, in ihrer konzentriertesten Form. Dabei ist die Bandbreite enorm. Vom frischen, klaren Giovane bis zum jahrelang im Holzfass gereiften Riserva, der Komplexität entwickelt, die jedem Weinbrand Konkurrenz macht. Wer Grappa online kaufen oder persönlich entdecken möchte, findet bei Delicious Berlin in Charlottenburg-Wilmersdorf eine sorgfältig kuratierte Auswahl. Unser Sortiment wächst, wir kennen die Hersteller persönlich und haben immer ein paar Flaschen offen.
Grappa beginnt dort, wo der Wein aufhört. Was in der Kellerei nach dem Keltern übrig bleibt, Schalen, Kerne und Stängel der Traube, ist der einzig zulässige Rohstoff. Kein Wasser, kein Saft, kein Zusatz. Genau dieser Trester gibt dem Grappa seinen Charakter und genau deshalb schmeckt er so anders als jede andere Spirituose.
Wer schon einmal einen guten Amarone getrunken hat, kennt das Prinzip bereits. Beim Ripasso wird der Valpolicella DOC auf den Amarone-Vinacce refermentiert und nimmt dabei Tannine, Farbe und Tiefe auf. Beim Grappa di Amarone passiert etwas Verwandtes. Derselbe Trester, der dem Wein seine Dichte gegeben hat, wird destilliert. Was im Wein geblieben wäre, landet konzentriert in der Flasche.
Das Destillationsverfahren entscheidet, wie sauber und präzise dieser Charakter übertragen wird. Grappa darf ausschließlich per Dampfdestillation oder im Wasserbad gewonnen werden. Beide Methoden sind schonend und bewahren die Aromastoffe des Tresters besser als jede direkte Befeuerung. Je sorgfältiger der Brenner arbeitet, desto deutlicher spricht die Traube.
Reifung ist keine Pflicht, aber eine Möglichkeit, Tiefe zu entwickeln. Junger Grappa kommt klar und direkt in die Flasche. Wer ihm Zeit im Holz gibt, bekommt eine andere Spirituose. Weicher, komplexer, mit Farbe und Struktur, die an guten Cognac erinnert. Beides kann außergewöhnlich sein. Es kommt auf den Rohstoff, den Brenner und das Ziel an.
Grappa lässt sich nach Reifung und Rohstoff einordnen. Die Reifung bestimmt, ob ein Grappa klar und frisch oder holzgeprägt und komplex ist. Der Rohstoff, also welche Rebsorte und ob sortenrein oder gemischt verarbeitet, bestimmt das Aromaprofil. Beide Dimensionen zusammen ergeben die Vielfalt, die Grappa von anderen Tresterbränden unterscheidet.
Grappa Giovane ist die purste Form des Tresters in der Flasche. Nach der Destillation reift das Destillat in reaktionslosen Behältern aus Stahl oder Glas, die keine Farb- oder Geschmacksstoffe abgeben. Der Giovane bleibt damit klar, farblos und vollständig unverfälscht. Was man schmeckt, ist ausschließlich die Traube, die Qualität des Tresters und das Können des Brenners. Frische, Direktheit und ein klares Aromaprofil sind die Merkmale eines guten Giovane. Schärfe oder Brennen sind kein Stilmerkmal, sondern ein Zeichen mangelhafter Destillation.
Grappa Affinato hat kurzen Holzkontakt, weniger als zwölf Monate im Fass. Das reicht, um dem Brand eine leichte goldene Tönung und erste zarte Holznoten zu geben, ohne seinen Grundcharakter zu überlagern. Affinatos stehen zwischen dem puren Giovane und den gereifteren Varianten: etwas weicher und runder, aber noch nah an der Traube.
Grappa Invecchiata und Grappa Riserva sind die gereiften Kategorien. Invecchiata bedeutet mindestens zwölf, höchstens achtzehn Monate im Holzfass. Riserva, auch Stravecchia genannt, erfordert mindestens achtzehn Monate Lagerung. Das Holz gibt Vanille, Gewürze, Tannine und eine zunehmend goldene bis bernsteinfarbene Farbe ab. Gut gemachte Riservas entwickeln eine Komplexität, die an großen Cognac oder gereiften Armagnac erinnert, ohne dabei die Herkunft zu verlieren. Die Wahl des Holzes, ob Eiche, Kirsche oder Akazie, und die Fassgröße beeinflussen den Charakter erheblich.
Grappa Aromatico entsteht aus besonders aromatischen Rebsorten wie Moscato, Gewürztraminer, Malvasia oder Müller-Thurgau. Diese Trauben tragen von Natur aus soviel Eigencharakter mit sich, dass der Grappa auch ohne Holzreifung außergewöhnlich komplex bzw. blumig, fruchtig und ausdrucksstark wirkt. Aromatico ist häufig der eleganteste Einstieg in die Welt des Grappa, weil er Zugänglichkeit und Tiefe verbindet.
Grappa Monovitigno ist kein Reifungsstil, sondern eine Frage der Herkunft des Tresters. Ein Monovitigno stammt ausschließlich aus einer einzigen Rebsorte, was auf dem Etikett angegeben werden muss. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 85 Prozent der Trester aus der genannten Sorte. Grappa di Nebbiolo, Grappa di Moscato, Grappa di Amarone: das sind Monovitigno-Grappas, bei denen die Rebsorte nicht im Hintergrund bleibt, sondern das gesamte Profil definiert. Die Idee dazu stammt aus dem Friaul der 1970er Jahre und hat die gesamte Kategorie verändert.
Grappa Aromatizzato ist eine klar abgegrenzte eigene Kategorie. Kräuter, Gewürze, Früchte oder andere Zutaten werden dem Brand nach der Destillation zugesetzt. Das bekannteste Beispiel ist der Grappa alla Ruta, mit einem Rautenzweig in der Flasche. Aromatizzato ist nicht mit Aromatico zu verwechseln. Beim Aromatico kommt der Charakter aus der Traube, beim Aromatizzato wird er von außen hinzugefügt.
Grappa darf nur in Italien, der italienischen Schweiz oder San Marino hergestellt werden. Innerhalb Italiens prägen Klima, Rebsorte und Brenntradition den Charakter der Brände so stark, dass ein Grappa aus dem Trentino und einer aus dem Friaul kaum unterschiedlicher sein könnten. Die wichtigsten Regionen im Überblick.
Das Piemont ist Rotweinland durch und durch und das spürt man im Grappa. Nebbiolo, Barbera, Dolcetto sind die großen Rebsorten des Nordens. Sie liefern Trester mit Substanz und Tiefe. Grappa di Barolo und Grappa di Barbaresco gehören zu den renommiertesten Vertretern der Kategorie, weil die Trauben, aus denen sie stammen, schon im Wein außergewöhnlich sind. Piemontesische Destillerien arbeiten häufig mit langen Reifungszeiten und kräftigen Holzfässern. Das Ergebnis sind Grappas mit Struktur, Trockenheit und einer eleganten Schwere, die zum Klima und zur Küche der Region passen.
Auch das Trentino ist eine Grappa-Hochburg. Die Region im Nordosten Italiens, zwischen Alpen und Gardasee gelegen, hat eine der dichtesten Konzentrationen an Grappa-Brennereien im ganzen Land. Marzadro aus Nogaredo ist einer der bekanntesten Vertreter, mit einem Spektrum von jung und frisch bis zu jahrelang gereiften Riservas. Das Trentino steht für handwerkliche Präzision und eine gewisse alpine Strenge im Charakter der Brände. Grappa aus dieser Region ist selten laut, aber fast immer sauber gearbeitet, klar strukturiert und von hoher Verlässlichkeit.
Das Veneto ist die größte Weinbauregion Italiens und damit die bedeutendste Grappa-Region nach Volumen. Prosecco, Amarone, Soave: die bekanntesten Weine des Landes entstehen hier, und mit ihnen einige der interessantesten Grappas. Grappa di Prosecco aus der Glera-Traube ist leicht, blumig und ein klassischer Einstieg in die Kategorie. Grappa di Amarone ist das Gegenteil. Konzentriert, dunkel, mit der Dichte eines Weins, der aus angetrockneten Trauben gewonnen wurde und dessen Trester entsprechend gesättigt in die Destillation geht. Das Veneto liefert die gesamte Bandbreite, vom unkomplizierten Giovane bis zum komplexen Riserva.
Friaul gilt unter Kennern als Hochburg des Qualitäts-Grappas. Hier hat Benito Nonino in den 1970er Jahren den Grappa di Monovitigno erfunden, den sortenreinen Tresterbrand aus einer einzigen Rebsorte. Das war eine echte Revolution. Bis dahin wurde Trester meist gemischt verarbeitet, Rebsorte und Herkunft spielten kaum eine Rolle. Nonino hat das geändert und damit den gesamten Markt nach oben gezogen. Friaul steht seitdem für Präzision, Transparenz und einen Qualitätsanspruch, der die Region zur Referenz für alle gemacht hat, die Grappa als ernsthafte Spirituose begreifen.
Die Lombardei ist kein klassisches Grappa-Kernland, hat aber interessante Positionen zu bieten. Trester aus Nebbiolo-Trauben, die in der Oltrepò Pavese und angrenzenden Lagen wachsen, liefern Material für kräftige, charaktervolle Brände. Die Region ist weniger für einzelne Destillerien bekannt als für die Qualität des Rohstoffs, den sie beisteuert. Wer den piemontesischen Stil schätzt und etwas Neues sucht, findet in der Lombardei eine lohnende Erweiterung.
Grappa entsteht in vier Schritten: Trester als Rohstoff, Fermentation, Destillation, Reifung und Abfüllung. Jeder dieser Schritte hat direkten Einfluss auf das Endprodukt. Was nach der Weinlese wie ein Abfallprodukt aussieht, wird durch Präzision und Handwerk zur Spirituose.
Grappa beginnt mit dem, was nach der Weinherstellung übrig bleibt. Schalen, Kerne und Stängel der Traube, der sogenannte Trester, sind der einzig zulässige Rohstoff. Traubensaft darf nicht zugesetzt werden, Wasser ebenfalls nicht. Die Qualität des Tresters entscheidet maßgeblich über die Qualität des späteren Brands. Frischer, noch feuchter Trester mit aktiven Hefen ist das beste Ausgangsmaterial. Je länger er liegt, desto mehr verliert er an Aroma und Vergärungspotenzial. Kein guter Grappa beginnt mit altem, vernachlässigtem Trester.
Roter Trester aus der Rotweinproduktion kommt bereits fermentiert beim Grappahersteller an, weil die Gärung schon im Weinkeller stattgefunden hat. Weißer Trester dagegen enthält noch unvergorenen Restzucker und muss zunächst fermentiert werden, bevor er destilliert werden kann. Dieser Prozess findet in geschlossenen Behältern statt und dauert je nach Temperatur und Hefeaktivität mehrere Tage. Die Fermentation ist ein kritischer Schritt. Zu viel Wärme, zu lange Standzeiten oder ungeeignete Behälter können den Trester kippen lassen und den gesamten Brand ruinieren. Sorgfalt in dieser Phase zahlt sich direkt in der Flasche aus.
Grappa darf ausschließlich durch Destillation gewonnen werden, entweder per Dampfdestillation oder im Wasserbad. Beide Methoden sind schonend und bewahren die Aromen des Tresters besser als direkte Befeuerung, die früher für den rauen Charakter vieler Grappas verantwortlich war. Bei der Dampfdestillation wird Wasserdampf durch den Trester geleitet, nimmt die flüchtigen Aromastoffe auf und kondensiert im Kühler zum fertigen Destillat. Der Brenner trennt dabei Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf voneinander. Nur der Mittellauf kommt in die Flasche. Methanol, das vor allem aus Kernen und Stängeln stammt, wird im Vorlauf abgeschieden und verworfen. Dieser Schritt ist gesetzlich vorgeschrieben und qualitätsentscheidend.
Junger Grappa, der Giovane, kommt ohne Holzkontakt direkt in die Flasche. Er ist klar und unverfälscht, mit dem vollen Ausdruck der Traube. Wer reifen will, legt den Brand in Holzfässer, meist aus Eiche, seltener aus Kirsche oder Akazie. Die Mindestlagerzeit für einen Affinato liegt unter zwölf Monaten, für einen Invecchiata bei mindestens zwölf, für einen Riserva bei mindestens achtzehn Monaten. Das Holz gibt Farbe, Vanillearomen und Gerbstoffe ab und rundet den Brand ab. Vor der Abfüllung wird Grappa auf Trinkstärke gebracht. Der gesetzliche Mindestalkoholgehalt liegt bei 37,5 Volumenprozent, geografische Angaben wie Grappa di Barolo erfordern mindestens 40 Volumenprozent.
Grappa ist ein italienischer Tresterbrand mit geschützter geografischer Angabe, hergestellt ausschließlich aus den festen Pressrückständen der Weinproduktion in Italien, der italienischen Schweiz oder San Marino. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5 Volumenprozent, Traubensaft darf nicht verwendet werden. Was Grappa von anderen Spirituosen unterscheidet: Nicht Früchte oder Getreide sind der Rohstoff, sondern ausschließlich der Trester nach dem Keltern, bestehend aus Schalen, Kernen und Stängeln. Daraus entsteht eine Spirituose, die den Charakter der Rebsorte und der Region in einer Konzentration widerspiegelt, die kaum eine andere Kategorie erreicht. Die rechtliche Grundlage bildet die EU-Verordnung 2019/787.
Grappa wird ausschließlich aus Trester hergestellt, den festen Rückständen der Weinproduktion nach dem Keltern. Das sind Traubenschalen, Kerne und Stängel. Traubensaft darf nicht zugesetzt werden, Wasser ebenfalls nicht. Sowohl weiße als auch rote Trauben sind zugelassen. Bei sortenreinen Grappas, sogenannten Monovitigno, muss mindestens 85 Prozent des Tresters von der auf dem Etikett genannten Rebsorte stammen. Die Rebsorte bestimmt maßgeblich den Charakter des Destillats, weshalb Grappa di Nebbiolo, Grappa di Moscato oder Grappa di Amarone grundlegend verschieden schmecken, obwohl das Herstellungsprinzip dasselbe ist.
Ein guter Grappa ist sauber in der Nase, ohne Schärfe oder Brennen, und trägt die Aromen der verwendeten Rebsorte erkennbar. Schärfe ist kein Stilmerkmal, sondern ein Zeichen mangelhafter Destillation. Beim Giovane zählen Frische und Reinheit, beim Riserva die harmonische Integration des Holzes ohne Überdeckung der Traube. Wer den besten Grappa für den Einstieg sucht, beginnt am besten mit einem aromatischen Grappa aus Moscato oder Gewürztraminer. Die feineren Unterschiede zwischen Regionen, Rebsorten und Reifungsstufen erschließen sich mit dem Vergleich.
Grappa ist der typisch italienische Schnaps nach dem Essen, traditionell als Digestif genossen, um die Verdauung anzuregen. Junge Varianten entfalten sich am besten leicht gekühlt bei etwa 10 bis 13 Grad, gereifte Riservas bei Zimmertemperatur um die 17 Grad. Das richtige Glas ist schmal und tulpenförmig, damit sich die Aromen sammeln können. Im Trentino ist der Caffè Corretto eine klassische Trinktradition, also ein Espresso mit einem Schuss Grappa. Grappa passt außerdem gut zu dunkler Schokolade, kräftigen Käsesorten und gereifte Riservas auch überraschend gut zu Zigarren.
Eine ungeöffnete Flasche Grappa ist bei kühler, dunkler Lagerung praktisch unbegrenzt haltbar. Nach dem Öffnen sollte sie innerhalb von ein bis zwei Jahren getrunken werden, da Oxidation den Charakter des Brands mit der Zeit verändert. Anders als Wein reift Grappa in der Flasche nicht weiter. Gut verschlossen und vor Licht geschützt bleibt die Qualität stabil.
Diese Woche (27. bis 30.12.) haben wie gewohnt für Euch geöffnet.
Wir sind von 10 bis 18:30 Uhr für Euch da.
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