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Whisky aus Japan in Berlin verkostet

Wir sind heute auf einer Whisky Verkostung in Berlin Tiergarten eingeladen, um der es um Whisky aus Japan geht. Wo kann man sich eine derartige Masterclass passender vorstellen als in den legendären Räumen des Stue Hotels direkt am Zoo. Untergebracht ist das Edelhotel in den nostalgischen und gleichzeitig edlen Gemäuern einer ehemaligen Botschaft. Das Ambiente könnte nicht besser gewählt sein!

Whisky aus Japan

Whisky aus Japan

Was also zeichnet Whisky aus Japan aus? Warum ist das Verlangen danach gerade so groß? Schnell landen wir bei der Masterclass (Schulung) von Mario Kappes bei dem Urgroßvater des japanischen Whiskys: Masetaka Taketsuro

Die Lebensgeschichte von Masetaka Taketsuro erklärt Whisky aus Japan

Wir erleben die Geschichte des Urgroßvaters und fühlen mit dem jungen Mann. In einer Zeit in der es noch keinen Whisky in Japan gab, schickte man Masetaka Taketsuro nach Schottland, um dort das Handwerk der Whiskyherstellung zu lernen. In Osaka hatte er angefangen Chemie zu studieren und dort nebenbei Sake und andere japanische Spezialitäten hergestellt.

Japanischer Whisky

Japanischer Whisky

Im Jahr 1913 setzte ihn sein damaliger Arbeitgeber in einen Dampfer nach Glasgow. Dort ging es nach der Vollendung des Chemiestudiums weiter in drei verschiedene schottische Destillerien. Diese arbeiteten so verschieden, dass Masetaka Taketsuro teilweise seine Probleme damit hatte…

Hazelburn, Longmorn und Bo`ness Distillery in Schottland ebnen den Weg zurück nach Japan

Der Geschichte nach begann das schottische Destillier-Erlebnis in der Longmorn Destillerie. Für einen studierten Chemiker war es Masetaka Taketsuro jedoch ein Graus, dort zu arbeiten. In der Brennerei wurde ohne Mikroskop und rein nach Gefühl gearbeitet. Für den jungen Mann aus Japan ging das gar nicht.

Nikka Whisky Tasting in Berlin

Nikka Whisky Tasting in Berlin

In der Bo`ness Distillery lernte er die Handwerkskunst des Whisky Blendings. Whisky aus Japan sollte man als „Handwerkskunst des Blendings“ verstehen, erklärt Mario Kappes. Beschränkt sich japanischer Whisky auf das Blending? Oder ist japanischer Whisky nicht viel mehr als Blended Whisky?

Japanischer Whisky mehr als Blended Whisky?

Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt wiederum die Lebensgeschichte von Masetaka Taketsuro. Schließlich bleibt noch eine letzte Station in Schottland: Für Masetaka Taketsuro geht es nach der Bo`ness Distillery weiter nach Campeltown – eine ganz eigenständige Whiskyregion an der Westküste Schottlands.

Whisky aus Japan: Nikka from the Barrel

Whisky aus Japan: Nikka from the Barrel


Nach einem harten Jahrzehnt in Japan als Arbeitsloser und Bierbrauer bei Kotobukiya (heute Suntory) konnte Masetaka Taketsuro im Jahr 1934 seinen Traum auf der Insel Hokaido erfüllen. Er wollte alles so machen, wie er es in Schottland kennengelernt hatte: Klima, Brennblasen, Ablauf, Anheizen der Maische und schließlich die Fasslagerung.

Whisky Drink mit Whisky aus Japan

Whisky Drink mit Whisky aus Japan

Doch sein erster japanischer Whisky wird ein totaler Flopp! Er hatte sich dieselben Brennblasen wie bei Longmorn mit Ablauf nach unten (wirkt beschleunigend und sorgt für mehr Schwebstoffe im Feinbrand) und angefeuert wie bei Hazelburn mit Feuer und Temperaturen zwischen 800 und 1.000 Grad Celsius – all das sorgte für einen schweren und hocharomatischen Whisky – einen Whisky wie ihn damals kein Japaner trinken wollte!

Heute sind die Whiskys von Masetaka Taketsuro vielfältig, geschmacklich harmonisch und noch nicht mal überteuert. Da man mit zwei gigantischen Destillerien große Mengen produziert, kann man viele der Abfüllungen immer noch kaufen. Ein toller Klassiker ist und bleibt der Nikka from the Barrel! Wie gut für die Whiskywelt, dass Masetaka Taketsuro die Kurve nochmal gekratzt hat!